Der belgische Dreamliner B787 hatte 1,8 Millionen Gesichtsmasken an Bord.

TUI fly holt Gesichtsmasken nach Hannover

In der Corona-Krise fehlt es in allen Bereichen des beruflichen und privaten Lebens an medizinischer Schutzausrüstung. Auch dir wird diese Not schon begegnet sein. In Kooperation mit dem Wedemarker Unternehmen Amec führte TUI fly daher im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums ihren ersten reinen Frachtflug durch, um Gesichtsmasken von China nach Hannover zu transportieren. Dies war eine logistische und organisatorische Feuertaufe für uns, da wir als „Ferienflieger“ ja auf die Beförderung von Touristen spezialisiert sind. Für diese enorm dringliche Aufgabe waren aber alle TUI fly- und TUI-Kollegen sofort bereit, neue Herausforderungen anzunehmen und neue Wege zu gehen!

Feste „Luftbrücke“ zwischen China und Deutschland geplant

Die vierköpfige Kabinencrew der B787.

Die Crew der B787 wird die Strecke nach Shenzhen und zurück bald öfter fliegen.

Mit einem Dreamliner 787 der belgischen TUI fly Flotte transportierten wir Ende April in Kooperation mit dem Unternehmen Amec mehr als 1,8 Millionen medizinische Schutzmasken von Shenzhen über Brüssel nach Hannover. Auftraggeber dieses ungewöhnlichen Fluges waren die Bundesregierung und das Land Niedersachsen. Gesucht wurde nach einer Möglichkeit, schnell und unkompliziert medizinische Gesichtsmasken von China nach Deutschland zu holen, um den dringenden Bedarf an Schutzkleidung zu decken. 100.000 dieser Masken gehen direkt an die Region Hannover, in der die TUI fly auch ihren Firmensitz hat. Nach bestandener Feuertaufe ist nun ein Ausbau dieser Kooperation geplant, um weitere Masken nach Deutschland einzufliegen. Vorstellbar ist eine feste Luftbrücke zwischen Shenzhen und Deutschland mit zwei bis drei Flügen pro Woche, um mehr als zehn Millionen FFP-2-Masken für das Bundesgesundheitsministerium einfliegen zu können.

Wie der Zufall so wollte

Die Sitze im Kabinenraum konnten für die Fracht nicht entfernt werden.

Nicht nur der Frachtraum war voll beladen, ebenso der Kabinenraum und sogar die Gepäckablagen wurden genutzt.

Die Story hinter dieser Kooperation ist eher zufälliger Natur. Das Wedemarker Unternehmen Amec, das durch den Vertrieb von Elektronikbauteilen ein großes Netzwerk in China unterhält, bekam vom Bundesgesundheitsministerium den Auftrag, Gesichtsmasken aus China für die Bundesrepublik Deutschland zu besorgen. Der Einkauf verlief reibungslos, stellte sich „nur“ die Frage nach einem geeigneten Transportmittel. Für den Transport so vieler Masken benötigte man definitiv ein Langstreckenflugzeug, das in Zeiten der Corona-Pandemie jedoch alles andere als leicht zu bekommen war. Sollte ein so wichtiger Auftrag am Mangel des Transportmittels scheitern? Amec Gründer Marcel Fehrmann kam auf die Idee, seinen ehemaligen Kindergartenfreund Florian Fleischer, Leiter des Produktmanagements Flug bei der TUI, anzurufen und ihn um Hilfe zu bitten.

Florian war sofort Feuer und Flamme und organisierte mit großem persönlichen Engagement eine Boeing 787 der belgischen TUI fly-Flotte. Seine Motivation war die gesellschaftliche Verantwortung des Themas: „Insbesondere in der aktuellen Situation ist es umso wichtiger, etwas für die Gesellschaft zu tun und seinen Beitrag zu leisten. Die schnellen staatlichen Subventionen haben die TUI in der Corona-Krise sehr unterstützt. Daher sollten wir nun auch umgekehrt dem Staat mit einer Belieferung von dringend benötigten Atemschutzmasken helfen.“

Auch die belgischen Kollegen waren begeistert von der Idee und die Kooperation war geboren…

Eine Win-Win-Situation

Die gesamte Flotte der TUI fly mit über 140 Flugzeugen (TUI fly Deutschland 39 Flugzeuge) steht aufgrund der Corona-Pandemie derzeit am Boden. Wie die Techniker um die Pflege und Einsatzbereitschaft der Flugzeuge bemüht sind, kannst du in dem Blogartikel zu unserem Storage-Programm nachlesen. So gesehen brachte der Frachtflug natürlich Umsatz. Die Dreamliner waren eh verfügbar und die Crew hatte die Möglichkeit, ihrem Job nachzugehen. Um die gute Sache und vor allem das System zu unterstützen, lagen die ausgehandelten Konditionen weit unter denen des Frachtgeschäfts. „Die Win-Win-Situation für alle Beteiligten spiegelt sich nicht zuletzt darin wieder, dass wir im Mai und Juni mindestens 16 weitere Flüge aus China nach Hannover durchführen werden“, so Florian.

Erster Frachtflug für TUI fly

Die Entladung der kostbaren Fracht am Flughafen Hannover.

Helfer und Crew am Flughafen Hannover. 2. v.l.: Florian Fleischer, Leiter Produktmanagement Flug TUI.

Wochenlang wurde bei TUI, Amec sowie der Spedition Senator auf Hochtouren daran gearbeitet, die Luftlieferung in die Tat umsetzen zu können. Leider gab es dabei reichlich Probleme. Wie du dir vorstellen kannst, ist das Frachtgeschäft für uns als touristische Airline ein absolutes Neuland. Normalerweise fliegen wir maximal für die Nachtpost innerdeutsch hin und her, wenn TUI fly-Maschinen nachts in Deutschland stehen. Jetzt ging es für uns plötzlich darum, Cargo-Genehmigungen in dieser Größenordnung für den Dreamliner zu bekommen. Auch Überflug- und Landerechte mussten beantragt werden.

Unterstützung durch die deutsche Botschaft in Peking

Besonders schwierig haben sich die Landerechte in China gestaltet. Nur durch das Einschalten der deutschen Botschaft in Peking wurden sie überhaupt möglich gemacht. „Aufgrund der Pandemie kann momentan nicht jeder jederzeit überall landen, beladen oder sogar aussteigen. Daher war es auf diesem Flug so, dass die belgische Crew das Flugzeug in China nicht verlassen durfte. Die erforderliche Ruhepause machte die Crew also an Bord und flog anschließend wieder zurück“, teilte uns Florian mit. Zu guter Letzt war auch die rechtzeitige Fertigstellung der Gesichtsmasken ein brisantes Thema. In Summe war dies ein richtiges Abenteuer für uns!

Die Ladung an Bord

Insgesamt waren 1,8 Millionen Gesichtsmasken an Bord, verpackt in 2.000 Kartons à 6 kg. Zunächst wurde der Frachtraum voll beladen. Als der Platz nicht mehr ausreichte, wurden jeweils zwei Kisten auf jeden Passagiersitz gestapelt. Selbst die Gepäckablagen wurden noch als Stauraum verwendet! Mach dir mit unserem kurzen Video zur Beladung des Dreamliners gern selbst ein Bild davon.

Besondere Situationen erfordern oft besondere Maßnahmen und zum Teil übermenschliches Engagement. Wir sind stolz, dieses Abenteuer erfolgreich gemeistert zu haben und freuen uns auf die kommenden Flüge mit starken Partnern an unserer Seite.

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