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Mallorca

Ein verlängertes Wochenende auf Mallorca – Teil 2

Unser erster Kurzurlaub ohne Kinder. Vier Tage Mallorca Anfang April. Die ersten beiden Tage unseres verlängerten Wochenendausflugs schlenderten wir durch Palma, gaben uns kulinarischen Höchstgenüssen in Santa Catalina hin und kämpften um gute Ausblicke auf den berühmten Drachenfelsen.

Dritter Tag – Durch wolkenverhangene Berge gen Norden

Kein anderer Ort Mallorcas ist so über die eigenen Grenzen hinaus bekannt wie Valdemossa

Valdemossa: Mallorcas Ausflugsziel schlechthin! Geburtsort der Inselheiligen Santa Catalina Tomàs sowie Winterresidenz des Komponisten Frédéric Chopin und der Schriftstellerin George Sand

Nachdem wir Palma hinter uns gelassen haben, geht es durch Olivenhaine und Orangenplantagen auf die Tramuntaña zu, die durch die schweren Regenwolken hindurch geradezu mystisch wirkt. Unser Stimmung schwankt zwischen „Why does it always rain on me“ und „Singing in the rain“. Erstes Etappenziel ist Valldemossa. Gefühlt haben sich alle der jährlich 250.000 Besucher den heutigen Tag für die Besichtigung des malerischen Ortes mit dem berühmten Kartäuserkloster ausgesucht. Aufgrund des saftigen Eintrittspreises sehen wir davon ab, uns die Barockkirche von innen anzusehen. Aber allein der pittoreske Park und die weniger aufgehübschten Seitengassen des Ortes lohnen schon einen Besuch. Wenn wir nicht schon einen Schirm dabei hätten – es gäbe an jeder Ecke einen zu kaufen. Kein Wunder, dass Chopin hier seine berühmte Regentropfen-Prelude komponiert hat. Normalerweise würde man jetzt auf der Weiterfahrt nach Deía mit atemberaubenden Ausblicken auf die felsige Küste und das Meer belohnt – wir zockeln auf den Serpentinen bei 10 Meter Sicht mit maximal 30 Stundenkilometern durch die Berge. Wir lassen Deía da wo es ist und fahren weiter nach Port de Soller.

Am Cap Formentor fällt das Tramuntana-Gebirge jäh ins Mittelmeer ab

Wild, romantisch und sagenumwoben: Cap Formentor im Norden Mallorcas offenbart ein ganz anderes Gesicht der Insel, abseits des Massentourismus

Käffchen, kleiner Streit (das Wetter…) und kurzer Promenadenspaziergang – so könnte man unsere Stippvisite zusammenfassen, aber das wäre ungerecht. Port de Soller ist trotz der vielen Tagesbesucher, die aus Palma mit der Bimmelbahn kommen, ein charmanter Badeort geblieben. Ein geschützter Naturhafen, dessen Meereszugang nur zu erahnen ist (diesmal nicht aufgrund von schlechter Sicht) und kleine Sandstrände, die sich an der Bucht entlang ziehen, machen den Ort für Leute, die in den Bergen wandern und trotzdem am Meer wohnen wollen, zu einem idealen Ausgangspunkt – gerade, wenn man auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen will. Wo kann man sonst mit der Straßenbahn direkt an den Strand fahren?

In Port de Soller kannst du mit der Straßenbahn direkt bis an den Strand fahren

Port de Soller ist von seiner Lage her ein idealer Ausgangspunkt, wenn du Wandern und Strandurlaub miteinander kombinieren möchtest

Uns reicht‘s! Wir beschließen, nicht weiter im Blindflug die Küste lang zu juckeln, sondern fahren über den Insel-Highway direkt zu unserem Etappenziel Pollença. Wir logieren im familiären Ca‘l Lloro direkt am wunderschönen Marktplatz. Franzi nimmt ein Bad, ich genehmige mir nach einem kurzen Spaziergang durch die Altstadt einen Rotwein an der Hotelbar.

Pollença hat eine von Reichtum und Wohlstand geprägte Vergangenheit

Die verwinkelte Altstadt von Pollença erkundest du am besten zu Fuß

Zum Abendessen zieht es uns wetterbedingt auch nicht wirklich nach draußen, so dass wir uns nach einer Flasche Verdeo und einem Ziegenkäse-Salat bzw. Kabeljau in Chorizo-Sauce und einem Tiramisu, versöhnt mit dem regenreichen Tag früh ins Bett kuscheln.

Vierter Tag – melancholischer Ausklang einer schönen Reise

Wir finden es herrlich, das Frühstück am Tisch serviert zu bekommen – Café, Rühreier, Jogurt mit unglaublich aromatischen, süßen Orangen – und dabei das sonntägliche Treiben auf dem Markt zu beobachten. Wir kaufen noch etwas Iberico-Schinken und fahren weiter Richtung Meer. Im verträumten Villenviertel Mal Pas gehe ich in einer kleinen menschenleeren Bucht baden. Das Wasser hat jetzt Ende April in etwa die Temperatur wie bei uns die Ostsee im Sommer. Leider haben wir kein Handtuch dabei. Mit Sand an den Füßen folgen wir der Straße aus Mal Pas hinaus Richtung Ende der Landzunge zwischen der Bucht von Pollença und der Bucht von Alcúdia. An einer einsam gelegenen verschlafenen Strandbar mit Blick auf Cap Formentor machen wir halt. Wir sind die einzigen Gäste in der Bar S’illot de la Victoria. Franzi ist wieder bei Aperol Spritz, ich als Fahrer halte mich an Café Cortado. Ich könnte ewig hier so sitzen und träge aufs Meer schauen, aber die Pflicht ruft schon wieder.

Der Osten Mallorcas bietet eine interessante Küstenlinie mit zahlreichen Buchten

Perfekt für Paare: Im Osten Mallorcas reiht sich eine malerische und zum Teil einsame Bucht an die nächste

Wir haben für 14 Uhr einen Tisch im Ca Na Toneta reserviert. Das Restaurant mit anspruchsvoller Ökoküche liegt in Caimari, einem kleinen Dorf am Rande der Tramuntaña. Wir folgen der Beschilderung von der Hauptstraße aus. Die Gassen sind so eng, dass man besser die Außenspiegel einklappen sollte. Als wir merken, dass wir zu weit gefahren sind, geht es im Rückwärtsgang zurück, bis wir das dezente Namensschild über dem Eingang des Restaurants doch noch entdecken. Ich parke in einer Nische im absoluten Halteverbot. Egal, es ist Sonntag und wir sind in Spanien… Das verwinkelte Innere des Ca Na Toneta ist weißgetüncht – sogar die Unterseite der Dachziegeln. Das Tagesmenü besteht aus 6 Gängen. Besonders an den Vorspeisen – mit schwarzer Tintenfischtinte eingefärbter Tintenfisch auf Zuckerschoten und grünem Spargel, sowie eine kleine Hefeteigzunge mit Spinat, Frischkäse und Erdbeeren – finden wir Gefallen. An den Hauptgängen weniger. Das Iberico-Schweinesteak auf Kohlgemüse erinnert ein wenig an Mutters Kohlrouladen und der Thunfisch auf Gemüsebett ist viel zu lange gegart und trocken. Versöhnt werden wir durch das Schokomousse mit Zimteis. Köstlich!

Uns bleiben nur noch drei Stunden bis zum Check-In um 19 Uhr. Wir beschließen aufgrund des bescheidenen Wetters eine längere Autofahrt auf die andere Seite der Insel auf uns zu nehmen und fahren bis nach Cala Santanyi. Die Bucht sieht wirklich aus wie auf den Postkarten. Bei Sonne bestimmt ein lieblicher Ort, bei wolkenverhangenem Himmel jedoch ein bisschen trostlos. Wir beschließen wiederzukommen. Im nächsten Jahr, bei besserem Wetter – vielleicht ja zur Mandelblüte Ende Februar…

 

Mallorca

Ein verlängertes Wochenende auf Mallorca – Teil 1

Unser erster Kurzurlaub ohne Kinder. Vier Tage Mallorca Anfang April. Meine Frau Franzi und ich freuen uns schon riesig auf jede Menge selbstbestimmte Zeit, in der wir uns nur um uns selbst drehen können.

Urlaubslück zu Zweit an der Stadtmauer in Palma

Urlaubsglück zu Zweit an der Stadtmauer in Palma

Kurzurlaub ohne die Kurzen: Urlaub nur mit Mama!

Unsere beiden Söhne haben wir am Mittwochabend bei den Großeltern verklappt und unser Flieger nach Palma startet am Donnerstagmorgen pünktlich um 4:50 Uhr. Schon beim Check-In fühlen wir uns wie ein kinderloses Paar mit Mitte 20. Wir haben für die vier Tage nur einen gemeinsamen Rollkoffer, den wir in einer halben Stunde fertig gepackt hatten. Sonst geht bei einem Ferienhaus-Familienurlaub gut und gerne mal ein ganzer Tag fürs Packen drauf…

Ankunft in Palma

Vom Flughafen in Palma fahren wir mit dem öffentlichen Bus (Linie 1) in die Stadt. Zwischen den ganzen Palmesanas fühlen wir uns gleich viel wohler, als zwischen den Ballermännern im Flieger. Nach kurzer Fahrt steigen wir am Paseo Mallorca aus und gehen die wenigen Schritte bis zu unserem Hotel zu Fuß. Wir haben uns aufgrund der zentralen Lage zwischen der Altstadt und dem Ausgehviertel Santa Catalina für das Almudaina in der Avenida Jaime III entschieden. Das diese zugleich eine der Haupteinkaufsstraßen von Palma mit jeder Menge Schuhgeschäften ist, war für Franzi bei der Hotelauswahl genetisch bedingt kein Ausschluss-Kriterium.

Erster Tag – Eintauchen in eine entspannte Metropole

Ein ausgedehnter Shopping-Trip ist in Palma Pflichtprogramm. Tipp: Zwischen April und Oktober sind die Geschäfte sind auch sonn- und feiertags geöffnet

Ein ausgedehnter Shopping-Trip ist in Palma Pflichtprogramm. Tipp: Zwischen April und Oktober sind die Geschäfte auch sonn- und feiertags geöffnet 😉

Der Señor an der Rezeption ist sehr freundlich zu uns und verwahrt unseren Koffer gerne im Gepäckraum. So, jetzt erst mal was frühstücken! Wir schlendern auf dem Paseo Born Richtung Kathedrale und entscheiden uns für das helle moderne Café Born 8. Die abwechslungsreich belegten Chapatas sind einfach nur lecker. Tolle Kruste, luftige Krume – ein Hauch von schwarzer Olivencreme und aromatischer Schinken mit Rucola. Der Kaffee ist wie eigentlich überall in Spanien ebenfalls ausgezeichnet. Wir beobachten das morgendliche Treiben. Angestellte, die ins Büro eilen und die Männer von der Straßenreinigung, die mit dem Wasserschlauch ein paar Platanenblätter vom Gehsteig spritzen. Nach einer Stunde haben sie etwa 10 Meter vom schönen Pflaster ausreichend gewässert. Wassermangel gibt es zu dieser Jahreszeit auf Mallorca offensichtlich noch nicht…

 

Die Kathedrale der Heiligen Maria in Palma ist die Bischofskirche des Bistums Mallorca. Sie wird im Volksmund häufig La Seu genannt, dem katalanischen Ausdruck für "Bischofssitz“

Die Kathedrale der Heiligen Maria in Palma ist die Bischofskirche des Bistums Mallorca. Sie wird im Volksmund häufig La Seu genannt, dem katalanischen Ausdruck für „Bischofssitz“

Nach einer kurzen Stippvisite zur imposanten Kathedrale La Seu, die mir vor allem wegen ihrer exponierten Lage direkt am Meer in Erinnerung bleiben wird, schlendern wir zurück Richtung Hotel.

Die Geschäfte haben inzwischen alle geöffnet. Im Rialto Living gibt es tolle Stoffe, Einrichtungs-Accessoires und Möbel. Alles schön anzusehen und auch sehr inspirierend, aber leisten wollen wir uns das nicht.

Am Nachmittag, nachdem wir zu einer längeren Siesta im Hotel waren, steht dann ein Besuch im Es Baluard auf dem Programm. Das Museum für moderne Kunst ist ebenfalls nur ein Katzensprung vom Hotel entfernt. Der moderne Betonbau ist sehr gelungen in die Befestigungsanlage der alten Stadtmauer integriert. Das „Bollwerk“ bietet eine sehenswerte Miro-Sammlung, einige tolle Landschaftsbilder von Mallorquinischen Künstlern sowie Keramiken von Picasso. Darüber hinaus gibt es wechselnde Sonderausstellungen von internationalem Format. Mit einem Aperol Spritz lassen wir den Nachmittag in der Cafeteria des Museums mit Blick auf das graublaue Meer ausklingen. Ein bisschen Sonne wäre schön, aber man kann ja nicht alles haben und der sonnige Drink versöhnt uns mit dem bedeckten Himmel.

Der beste Asiate in Palma? Eindeutig das 'Koh'!

Der beste Asiate in Palma? Eindeutig das ‚Koh‘!

Über den Kanal geht es hinüber nach Santa Catalina. In dem ehemals für Drogen und Prostitution berüchtigten Viertel hat sich mittlerweile eine spannende Gastronomie-Szene etabliert. Nach einer spontanen Shiatsu-Massage für Franzis müde Füße, entscheiden wir uns für das Koh – angeblich der beste Asiate der Stadt. Das „angeblich“ können wir bereits nach der Vorspeise streichen. Knusprig ausgebackene saftige Lachsküchlein und Frühlingsrolle mit Ente. Nach dem Hauptgericht können wir das „beste Asiate der Stadt“ mit einem Ausrufzeichen versehen: Das butterweiche Fleisch der außen herrlich knusprigen Entenkeule zerfällt auf sanften Gabeldruck in eine malaysische Currysauce. Einzig die anstelle der Pflaumen servierten noch etwas festen Pfirsichspalten hätte ich nicht unbedingt gebraucht. Zum Nachtisch ist trotzdem noch Platz für ein Nougat-Parfait.

Zweiter Tag – Der Sonne hinterher zum Drachenfelsen

Nach unserer kurzen Stippvisite in Santa Catalina beschließen wir am nächsten Tag, das Viertel noch etwas ausführlicher zu erkunden. Zum Glück habe ich uns schon im angesagten „El Duke“ einen Tisch für 14 Uhr bestellt. Als wir am Vormittag durch die ruhigen Straßen des Stadtteils Richtung Markthalle Mercat de l’Olivar schlendern, lässt sich sogar die Sonne blicken. Auf einer Bank in der neuen kleinen Fußgängerzone mit etlichen Cafés in der Calle Fabricá genießen wir die warmen Strahlen des seltenen Gastes.

In der Markthalle bedauern wir, kein Appartement mit Kochgelegenheit zu haben, denn gerade das üppige Gemüse und die große Auswahl an Meerestieren ist für den ambitionierten Hobbykoch eine echte Versuchung. Aber zum Glück ist es von hier nur noch einen Katzensprung bis ins El Duke. Wir beschränken uns deswegen auf ein paar Gewürze (geräucherter Pimiento, Chilis, Safran, Meersalz) und 2 Tütchen Basilikumsamen als Mitbringsel. In der Nähe der Markthalle entdecken wir noch die schnucklige Boutique Cronopios mit farbenfrohen Kleidchen, Modeschmuck und entzückenden Ballerinas aus Pappmaschee. Die liebenswert bemühte Inhaberin ist mit Franzi gleich per Du und gewährt uns nach einem netten Plausch von sich aus einen großzügigen Preisnachlass für den anvisierten Sonnenhut. Wäre schön, wenn Franzi diesen in den nächsten 3 Tagen noch brauchen könnte… Selbstverständlich hat sich auch eine der kleinen Ballerinas noch in unseren Rucksack geschmuggelt. Was soll Mann da machen?

Im lässigen El Duke gibt es von der Mittagskarte frisch und schnell auf den Tisch: eine Kartoffelsuppe mit Gorgonzola und blauen Chips, einen an aromatischer Vielfalt nicht zu übertreffenden Thai-Hacksalat mit knackigem Gemüse, eine Hähnchenfleisch-Fajita mit frischer Ananas, sowie einen Obstsalat mit Mango-Püree und Minze. Alles leicht und lecker – nach dem üppigen Frühstücksbuffet im Hotel gerade richtig. Nach der Mittagspause geht es zu Fuß zur Autovermietung auf dem Paseo Maritimo. Am Wasser legen wir noch einen Zwischenstopp auf einer Bank am Yachthafen ein. Die Sonne blinzelt hervor und wir genießen den Blick auf die wippenden Boote. Urlaubsstimmung – herrlich!

Ein ausgesprochen leckeres Vergnügen: Eis schlecken mit Meerblick in Port Andratx

Ein ausgesprochen leckeres Vergnügen: Eis schlecken mit Meerblick in Port Andratx

Mit dem Auto geht es raus nach Port Andratx. Das hatte ich mir als Mallorca-Neuling viel mondäner und cooler vorgestellt. Aber auch dort ist alles ganz tranquillo und freundlich. Wir finden einen Parkplatz direkt am Hafen und ich bin positiv überrascht, dass das Parken – anders als in den deutschen Ostseebädern, die wir in den letzten Jahren vermehrt aufgesucht hatten – keinen Cent kostet. Besucher sind ausdrücklich willkommen! Wir schleckern ein Eis und finden wieder eine schöne ruhige Sonnenbank mit Meerblick. Unsere Waffel verfüttern wir an ein Stockentenpärchen, das genauso verliebt zu sein scheint wie wir.

Romantik pur: Abendstimmung in Sant Elm, dem westlichsten Punkt Mallorcas

Romantik pur: Abendstimmung in Sant Elm, dem westlichsten Punkt Mallorcas

Da von Süden Wolken aufziehen, beschließen wir der Sonne hinterher nach Sant Elm zufahren. Die Wolken sind leider schneller als wir. Parken direkt am Strand kostet hier zwei Euro – geschenkt! Dafür sind die Liegen am Strand in der Vorsaison noch umsonst. Das Ganze jetzt noch mit Abendsonne wäre perfekt – aber man kann ja nicht alles haben… Ich laufe barfuß durch den Sand und kühle meine Füße im Meer.
Da nun auch die Luft merklich abkühlt, suchen wir nach einer Bar mit Aussicht. Am Ende der Fußgängerzone finden wir ein Fisch-Lokal mit Logenplatz für den Sonnenuntergang hinter dem berühmten Drachenfelsen. Leider zeigt sich der schlafende Riese nur noch einmal kurz zwischen den Wolken. Bei den touristisch gepfefferten Preisen für den gut gewürzten mallorquinischen Meeresfrüchte-Eintopf hätte La Dragona für uns ruhig mal die Wolken wegpusten können…

Hast du Lust auf mehr bekommen? Wie unsere viertägige Mallorca-Reise zu Zweit weitergeht, erfährst du hier.

Ostern mal anders – wie Spanien Ostern feiert

Spanien ist für seine großen, pompösen Feiern bekannt und macht diesem Namen auch zu Ostern alle Ehre! In der heiligen Woche, auch bekannt als Semana Santa oder bei uns als Karwoche, steht in Spanien der religiöse Hintergrund an erster Stelle, auch wenn bei den Feierlichkeiten die Freude nicht in Vergessenheit gerät.

Was macht Andalusien zur Osterzeit?

Karwoche Sevilla Spanien

In Sevilla sammeln sich in der Karwoche insgesamt bis zu 1 Millionen Menschen an

Von Palmsonntag bis Ostermontag findet unter anderem in Andalusien, hier in Sevilla, ein ganz besonderer Heiligenprozess statt: Am Karfreitag werden die Tore der Kirche geöffnet, aus der zuerst Träger eines Leitkreuzes kommen. Um den Leidensweg Jesu zu seinem Weg der Kreuzigung zu symbolisieren, werden Heiligenfiguren durch die Straßen der Stadt getragen. Nach einem Thron bildet das letzte Glied des Umzuges die Büßer, die sich von Kopf bis Fuß mit Kutten und Kapuzen bedecken. Die Festlichkeiten werden von Musik, Gesang und Schauspiel begleitet. Der Weg des Umzuges endet auch wieder in der Kirche. Nicht nur die Menschen um einen herum, sondern insbesondere die ertönende Musik, lösen eine faszinierende Stimmung aus, die auch du dir nicht entgehen lassen solltest.

Auch die Balearen „ostern“ mit

Ostern in Palma de Mallorca

Ostern in Palma de Mallorca ist voller Menschen – Bruderschaften und Schaulustige versammeln sich auf den Straßen der Stadt

Kein Wunder, denn Ostern ist schließlich das bedeutendste religiöse Fest der Spanier und wird darum auch auf Mallorca in vollen Zügen gefeiert. Touristen werden nicht nur vom frühlingshaften Wetter angezogen, sondern auch durch die prächtigen Oster-Spektakel, die jedes Jahr zelebriert werden. Lass dir auf keinen Fall die Highlights entgehen und trag dir am besten für Gründonnerstag in deinen Kalender ein: Processiò de la Sang. Was das ist? Eine Prozession, bei der 30 Bruderschaften in mittelalterlichen Kostümen und Heiligenfiguren durch die Straßen schlendern. Am Karfreitag folgen Passionsspiele in den Städten, wie beispielsweise die Vorstellung vor der Kathedrale „La Seu“ in Palma mit der Schauspielertruppe „Taula Redona“.

Ostern in Spanien

Diese Bruderschaft trägt ebenfalls eine Kopfbedeckung um anonym zu bleiben

Der Ostersonntag ist bekannt für Mallorcas größte Prozession: „Des heiligen Christus vom Blut“.

Wohin das Auge reicht sieht man verkleidete Christen mit historischen Gewändern und spitzen Kapuzen. Es handelt sich dabei um Mitglieder von Bruderschaften mit einer Geschichte bis hin ins 16. Jahrhundert. Die Büßer inszenieren das Spektakel der Stadt zu Ehren von Christi. Um ihre Anonymität zu bewahren, dienen die Kapuzen. Auch Heiligenfiguren mit aufwendigen Verzierungen gehören zur Oster-Feierlichkeit dazu und sind aus vielen Orten Spaniens nicht wegzudenken. Wenn es am Karfreitag draußen ganz dunkel wird, ist es in Pollença an der Zeit, alle Öllampen anzumachen und auch alle Fackeln und Laternen anzuzünden. Dazu kommt ein langsames meditatives Trommeln, das als einziges Geräusch aus der Stille hervorkommt. Eine Christus-Statue wird dann von den Büßern in einem schwarzen Seidentuch in die nahe liegende Kirche „Nostra Senyora dels Angels“ getragen. Damit findet die Zeremonie ein Ende.

Zu einem traditionellen Ostermontag auf Mallorca gehört schließlich ein Picknick mit leckerem Essen im Freien und ganz wichtig: Die Familie an der Seite.

Cádiz, eine ruhige Stadt war einmal

Ostern in Spanien, Cadiz

Drummer bei einer der Oster-Prozessionen

Hier hört man Musik aus jeder Ecke. Liebhaber von Kultur, Farbe und Tanz sind in Cádiz bestens aufgehoben! Verschiedenste Musikbands treten hier gegeneinander an und sorgen für eine unverwechselbare Stimmung in den prachtvoll geschmückten, bunten Straßen. Doch das ist erst der Anfang: Es geht für alle – Gewinner, Verlierer und Schaulustige – weiter Richtung Altstadt, in der die Musik seinen Lauf nimmt. Kleide dich hier auf jeden Fall angemessen, das heißt raus aus den normalen Anziehsachen und rein in dein Kostüm. Auch hier wird der historische Hintergrund der Feier nicht aus den Augen verloren, im Gegenteil, er spielt die wichtigste Rolle. Auf dem Tagesprogramm stehen Stoßgebete und es sind hochwertige, sehr alte Bilder und Schriften zu bestaunen.

 

Ostern auf den Kanaren

Kanarische Kultur auf El Hierro, La Gomera, La Palma, Teneriffa, Gran Canaria, Fuerteventura oder Lanzarote miterleben bedeutet auch hier, dass Prozessionen durch Spaniens Straßen ziehen und Kreuzigungen Christi nachgestellt werden. Auf Gran Canaria z. B. tragen die Gläubigen dazu oft ein Bündel von Eukalyptuszweigen mit sich, um vor Krankheiten und anderen Übeln zu schützen. Jedoch variiert das auch von Zeremonie zu Zeremonie.

Frauen an Ostern in Spanien

In der Trauerzeit, die bis zum Nachmittag des Karfreitags geht, tragen die Frauen eine schwarze Mantilla, um Trauer und Melancholie auszudrücken.

Es gibt Prozessionen, die von Frauen stark dominiert sind und durch die schwarze Kopfbedeckung nicht zu übersehen sind. Auch hier werden Heiligenfiguren getragen, besonders zieht die Schmerzensmutter hier alle Blicke auf sich. Durch die lebensgroße Brust der Heiligenstatue ragt ein großes Schwert, und der Körper ist mit leuchtenden Farben und wertvoller Kleidung geschmückt. Wundere dich nicht, wenn die Heiligenbilder an dir vorbei ziehen, denn dann herrscht für diesen Moment überall Stille. Nachdem der Prozess vorbei ist, füllen sich nach und nach die umliegenden Bars und Restaurants und es wird ordentlich gegessen und getrunken.

Eine Sache ist aber fast überall gleich…

spanischer Osterkuchen: Mona de Pascua

Der typisch spanische Osterkuchen: Mona de Pascua, frisch aus dem Ofen

Wenn es etwas zu feiern gibt, dann gibt es auch leckeres Essen! Um Ostern ausklingen zu lassen, gönnen sich viele Familien in Spanien ein traditionelles Festmahl und essen beispielsweise Lamm, Stockfisch oder gefüllte Teigtaschen. Übrigens gibt es in Spanien keine Osterhasen oder bunte Ostereier, sondern hier bekommen die Kinder oft von ihren Paten ein typisches Ostergebäck namens „Mona de Pascua“ geschenkt. In der Mitte des Kuchens ist ein hartgekochtes Ei mit Schale eingebacken.

Willkommen an Bord! Einen Tag unterwegs mit unseren Crews

Willkommen an Bord! Einen Tag unterwegs mit unseren Crews

Morgens früh um 3:25 Uhr schlafen die meisten Menschen noch tief und fest. Nicht so die sechs Crewmitglieder, die heute 187 sonnenhungrige Fluggäste auf die Baleareninsel Mallorca fliegen, und ich darf sie heute vom Briefing bis zum Debriefing begleiten. Ich bin Stephan und mache zurzeit ein Praktikum in der Unternehmenskommunikation des Ferienfliegers.

Praktikant Stephan TUI fly

Praktikant Stephan bei seinem Produkt-Erfahrungsflug

Briefing – Die Vorbereitung auf den Flug

Eine Stunde vor der geplanten Abflugzeit kommen die zwei Piloten und vier Mitglieder der Kabinenbesatzung im TUI fly Crewraum am Flughafen Hannover für ihren Mallorca-Umlauf zusammen. Nachdem sie sich zu ihrem Dienst gemeldet haben, sehen sich Kapitän Dirk und der Erste Offizier Florian den geplanten Flugweg nach Mallorca an. Die Flugdienstberater der TUI fly haben die heutige Flugzeit mit zwei Stunden und fünf Minuten berechnet.

Die Flugroute führt entlang von Frankfurt, Mannheim, Genf und Marseille in Richtung Mallorca. Neben der Route besprechen die beiden Piloten die benötigte Spritmenge, Reserven sowie die Beladung des Flugzeuges. Im Nebenraum wird derweil die vierköpfige Kabinenbesatzung aktiv: Chef de Cabin Yvonne bereitet mit ihren drei Kolleginnen Lisa, Melina und Angelina den gemeinsamen Umlauf vor. Neben sicherheitsrelevanten Themen besprechen sie beim Briefing die Anzahl der vorbestellten Mahlzeiten, Besonderheiten bei der Beladung und auch die jeweilige Position innerhalb des Flugzeugs, an der sie arbeiten.

Da die Teams jeden Tag neu zusammengestellt werden und sich die 1.185 Flugbegleiter von elf deutschlandweiten Stationen natürlich nicht alle kennen, sind die Zuständigkeitsbereiche und Aufgaben auf jedem Flug fest vorgegeben, sodass die Arbeit mit den Kollegen stationsübergreifend reibungslos funktioniert. Nach einem gemeinsamen Briefing von Cockpit und Kabine geht es durch die Sicherheitskontrolle und im Anschluss läuft die Crew direkt zum Flugzeug, das heute auf Position 14 an Terminal C geparkt ist.

Sichtkontrolle der TurbienenBevor die Gäste kommen, ist einiges zu tun

Unmittelbar nachdem die Crew in das Flugzeug, das 189 Gästen Platz bietet, eingestiegen ist, beginnt sie mit den Vorbereitungen für den Flug. Im Cockpit werden die Flugdaten in den Bordcomputer eingegeben, die Instrumente überprüft und mit dem Ansprechpartner des Flughafens, dem Ramp Agent, Einsteigezeit, endgültige Treibstoffmenge oder auch die Anzahl an mobilitätseingeschränkten Gästen ausgetauscht. Ein Pilot macht währenddessen den Outside Check und prüft mit einer Sichtkontrolle erneut, dass sich das Flugzeug in einem technisch einwandfreien Zustand befindet.

Boarding TUIfly Nachtflug von Hannover nach Palma de Malorca

Boarding TUIfly Nachtflug von Hannover nach Palma

Währenddessen prüfen auch die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter an ihrer zugewiesenen Position das Sicherheitsequipment sowie die Servicegegenstände auf Vollzähligkeit und ihren Zustand. Die Crew ist kaum zehn Minuten an Bord, da geht auch schon das Boarding los. 187 mal heißt es nun „Willkommen an Bord“, „Guten Morgen“, „Herzlich Willkommen bei TUI fly“. Während die Gäste einsteigen und ihren Sitzplatz einnehmen, laden die Bodenabfertiger das Gepäck in die beiden Frachträume der Boeing 737.

Nach circa 20 Minuten sind alle Gäste an Bord und werden durch den Kapitän an Bord willkommen geheißen und mit den Sicherheitsvorkehrungen an Bord vertraut gemacht. Nachdem die letzte Tür geschlossen wurde, erhält die Kabinencrew die Anweisung „All slides in armed position and cross check“. Dies ist das Signal, die in den Türen verbauten Notrutschen so einzuhängen, dass im Falle einer Evakuierung alle Gäste das Flugzeug schnellstmöglich verlassen können.

Airborne – Arbeiten über den Wolken

Schließlich hebt die 737 mit über 290 km/h auf Startbahn „27 Rechts“ ab und die Reise durch das nächtliche Europa beginnt. Nach dem Start und bis zur Landung auf Mallorca kontrollieren die Piloten kontinuierlich die Instrumente und kommunizieren über Funk mit den Fluglotsen des jeweiligen Sektors, in dem sie sich befinden.

Servicevorbereitungen TUIfly Flug Palma de Malorca nach Hannover

Servicevorbereitungen der Flugbegleiterinnen

Gleichzeitig beginnen die Flugbegleiter mit den Servicevorbereitungen: Flugbegleiterin Melina verteilt an die kleinen Gäste Spielzeug und ihre Kollegin Lisa übernimmt den Verkauf von Nackenkissen, während die anderen beiden Flugbegleiterinnen Kaffee und Tee kochen, sowie Trolleys und Serviceequipment vorbereiten. Alle Gäste, die bereits vorab eines der leckeren Menüs aus dem TUI fly Bistro vorbestellt haben, erhalten dies vor den anderen Gästen direkt am Platz serviert. Für den anschließenden Verkaufsservice werden die Trolleys noch mit dem Verkaufs-iPad, Eis, Baguettes, Milch, Zucker und vielem mehr bestückt.

Nachdem alle Gäste bedient worden sind, räumen die Flugbegleiterinnen die Flugzeugküche auf und bereiten schon den nächsten Teil des Fluges vor – den Bordverkauf. In elf Kilometern Höhe bei über 800 km/h werden Uhren, Schmuck, Kosmetika und Süßigkeiten angeboten – ein Service, den viele Gäste gerne nutzen.

Prepare for Landing

Die rund zwei Stunden Flugzeit sind schnell vergangen und der Kapitän schaltet bereits die Anschnallzeichen ein. Dies ist das Zeichen für die Kabinencrew, die Kabine und die Küche zur Landung vorzubereiten. Währenddessen planen die beiden Piloten, in Absprache mit der Flugsicherung, ihren Anflug auf Mallorcas Landebahn „24 Links“.

Pilot im Cockpit TUI fly

Vorbereitung des Rückfluges im Cockpit: Sichtung der Flugdaten im Bordcomputer. Instrumenten-Überprüfung

Von den beiden Piloten wird während des Anflugs und der Landung höchste Konzentration erfordert, da sie unter anderem zahlreiche Checklisten gegenlesen müssen und ebenso auf die anderen Flugzeuge achten, die sich im Anflug auf die Ferieninsel befinden. In Vorbereitung auf die Landung werden die Landeklappen – die sogenannten Slats und Flaps – ausgefahren, Landelichter eingeschaltet und das Fahrwerk ausgefahren.

Unmittelbar vor der Ankunft wird der Autopilot ausgeschaltet und die Landefreigabe durch den Tower erteilt. Wenig später setzt die D-ATUA auf Landebahn 24L auf, bremst mithilfe der aktivierten Schubumkehr und der Störklappen auf die Rollgeschwindigkeit herunter und rollt in Richtung Terminal. An der Parkposition 98, auf der unsere Boeing heute parkt, wartet bereits ein Team von Bodenabfertigern auf die Ankunft des Flugzeugs. Unmittelbar nachdem das Flugzeug die Parkposition erreicht hat, werden die Triebwerke ausgeschaltet und der externe Bodenstrom angestellt. Die Ausladung des Gepäcks beginnt und auch die Gäste können über die angedockte Gangway das Flugzeug verlassen und ihren Urlaub beginnen.

FlugzeugbeladungTurnaround auf Mallorca

Kaum sind die Gäste von Bord, geht es für die Besatzung weiter. Yvonne ist „Chef de Cabine“ und somit die „leitende Flugbegleiterin“ an Bord. Sie überprüft die Ausweise des Reinigungspersonals auf ihre Gültigkeit und bereitet mit ihren Kolleginnen die iPads für den Rückflug vor. Der Kapitän gibt die Route nach Hannover ein, während First Officer Florian um das Flugzeug geht, um den Outside Check durchzuführen, der vor jedem Abflug nötig ist.

Nachtflug TUI fly Mallorca Hannover

Sky Interior: Die Innenraumbeleuchtung wird per Knopfdruck den Aussenlichtverhältnissen angepasst.

Keine 20 Minuten nach dem Aussteigen der letzten Gäste kommen schon die neuen Passagiere für ihren Rückflug nach Hannover an Bord. Wieder werden 188 Gäste begrüßt, Schwimmwesten für Babys verteilt, die Kabine zum Start vorbereitet und nach dem Start auf Runway 24R beginnt der Bordservice von neuem.

Beim Bordshop Verkauf fällt auf, dass viele Gäste den Service des „Shoppens über den Wolken“ nutzen, um ihren Abholern vom Flughafen noch ein Mitbringsel zu besorgen. Besonders beliebt sind die Flugzeuggummibärchen, verraten mir die Flugbegleiterinnen.
Auch dieser zweistündige Flug vergeht schnell und die Piloten verlassen nach rund eineinhalb Stunden die Reiseflughöhe von 38.000 Fuß (ungefähr 11,5 Kilometer) und besprechen die Details des Anflugs auf den Flughafen von Hannover.

Wenig später landet die etwa 40 Meter lange Boeing 737-800 an ihrem heutigen Zielort und rollt zu ihrer Parkposition. Da diesmal eine Außenposition für den Flug vorgesehen ist, verlassen die Gäste das Flugzeug über Treppen und werden in Bussen zum Terminal gebracht.

Zurück in Deutschland – Das Ende eines ganz normalen Arbeitstages

Nachdem alle Gäste ausgestiegen sind und verabschiedet wurden, vergewissern sich die Flugbegleiterinnen noch, dass an Bord niemand etwas zurückgelassen hat und kümmern sich um die Übergabedokumente für die nächste Crew. Die Kollegen warten bereits am Gate und werden das Flugzeug ebenfalls nach Mallorca und zurück begleiten.

Die Bilanz des Tages: 3.060 km, 375x „Willkommen an Bord“, 20 verteilte Kinderspielzeuge und 12 verkaufte Gummibärchentüten. Schon morgen geht es weiter: Für die beiden Piloten nach Marsa Alam in Ägypten und für Teile der Kabinencrew auf die Kanaren – weitere spannende Flüge mit neuen Kollegen, interessanten Begegnungen und vielen freundlichen Gästen.

Blühende Mandelbäume in der Landschaft von Mallorca Spanien

Mallorca – hier blüht dir was!

Romantiker und Frühlingsverliebte aufgepasst: Ab Mitte Januar beginnt auf Mallorca die Zeit der Mandelblüte. Dann verwandeln sich weite Teile der Insel in ein weißes und rosafarbenes Blütenmeer. Wenn du also schon mal in Frühlingslaune kommen willst, tauche einfach ein und lass dich von dem lieblichen Duft und dem zarten Farbenspiel verzaubern. Netter Nebeneffekt: In der Vorsaison sind die Preise für Unterkünfte, Mietwagen und Flüge meistens noch moderat!

Wo sind die Hot Spots?

Die meisten der 750.000 Mandelbäume, die es auf der Insel gibt, findest du im Südwesten zwischen Palma und Andratx oder auf den Straßen von Palma nach Valldemossa oder nach Sóller. Im Südosten bildet ein Schwerpunkt die Gegend zwischen Llucmajor, Cala Figuera und Colonia Sant Jordi. Du kannst die Blütenpracht wunderbar vom Auto aus beobachten, wenn du aber mit allen Sinnen den Frühling spüren willst, stell den Wagen lieber ab und wandere zu Fuß an den kleinen Natursteinmauern der Mandelhaine entlang!

Wann wird‘s weiß?

Der ideale Monat, die Mandelblüte auf Mallorca zu erleben, ist erfahrungsgemäß der Februar. Dann ist die Wahrscheinlichkeit am größten, dass in beiden Hauptregionen sowohl die weißblühenden Süßmandeln als auch die rosafarben blühenden Bittermandeln in voller Blüte stehen. Ab Mitte März lässt die Blütenpracht dann allmählich nach. Je nachdem, wie warm der Winter war oder wie kalt der Vorfrühling ist, kann sich die Blütezeit aber auch nach vorne oder hinten verschieben… Die besten Tipps inklusiver einer interaktiven Karte, wo du in diesem Jahr die meisten Blüten finden kannst, gibt das Inselradio Mallorca.

Wie wird geerntet?

Geerntet werden die Mandeln erst im Herbst, teils traditionell mit langen Stöcken und am Boden ausgebreiteten Netzen, teils mit Erntehelfern und Rüttelmaschinen. Die Weltmarktpreise sind seit einigen Jahren aufgrund des Überangebots aus Kalifornien ziemlich im Keller, so dass sich die Ernte oftmals gar nicht mehr lohnt. Manche Mandelbauern ernten fast nur noch für den lokalen Markt. Mit speziellen Maschinen werden die Mandeln dann geknackt, um an den begehrten Kern zu kommen.

Zum Vernaschen!

Auf Mallorca werden viele leckere Produkte aus den einheimischen Mandeln gefertigt. Eine mallorquinische Mandelspezialität, die du unbedingt probieren solltest, ist der berühmte Gató d´Almendras, ein leckerer Mandelkuchen, der ohne Mehl ausschließlich aus Mandeln, Eiern und Zucker sowie Zitronenabrieb gebacken wird. Dazu empfehlen wir eine Kugel Vanilleeis! Um das Hüftgold dann wieder los zu werden, kannst du ja anschließend eine ausgedehnte Wanderung oder Radtour durch die malerischen Mandelhaine unternehmen… 😉

Echt goldig!

Außer zu dem besagten Mandelkuchen wird das Mandelmehl noch zu Gebäck, Mandelmilch, Mandelöl oder sogar zu Mandeleis verarbeitet. Natürlich sind die leckeren Kerne aber auch geröstet und gesalzen eine Genuss! Außerdem wird aus den aromatischen mallorquinischen Mandeln von einer Lübecker Traditionsmanufaktur ein Premium-Marzipan produziert, das den passenden Namen Oro de Mallorca – das Gold Mallorcas‘ trägt. Diese feine Leckerei gibt es selbstverständlich auch in ausgewählten Läden auf der Insel zu kaufen.

Mandelblütenfest

Immer am ersten Sonntag im Februar findet in dem Städtchen Son Servera im Osten der Insel das Mandelblütenfest mit einem kleinen Markt statt, auf dem du viele typische Mandelprodukte probieren und kaufen kannst. Neben allerlei Gebäck und Süßigkeiten, findest du dort auch Kosmetikartikel wie Cremes oder Seifen, die aus Mandelöl hergestellt werden. Und während du den leckeren Mandelblüten-Honig probierst, kannst du der Folklore-Gruppe zusehen, die bei traditioneller Musik mallorquinische Tänze aufführt.