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Mein erster Polarlichtflug mit TUI fly – Flugzeugspotter Dirk Oehlschläger berichtet

Am 30.03.2019 ging für mich als Hobbyfotograf ein persönlicher Traum in Erfüllung  –  ich durfte einen Polarlichtflug vom Flughafen Köln/Bonn zu den Färöer-Inseln für die TUI fly Deutschland begleiten! Der Veranstalter für dieses besondere Event war Eclipse Reisen in Zusammenarbeit mit Air Partner, der Sonderflug wurde mit einer Maschine der TUI fly durchgeführt. Frei nach dem Motto “Polarlichter wollte ich schon immer einmal sehen, aber es ist mir im Winter einfach zu kalt so hoch im Norden“, ist der Sonderflug in 11 Kilometern Höhe mal eine ganz andere Alternative. Das Polarlichtoval erstreckt sich um den geomagnetischen Pol, welches sich kurz vor Mitternacht mit der größten Intensität im Nordatlantik bei den Färöer-Inseln abspielt.

Die Spannung steigt!

Informativer Vortrag von Eclipse Reise zu den Polarlichtern

Informativer Vortrag zu den Polarlichtern

Um 18:30 Uhr öffnete der Check-in im Terminal 2, Abflugbereich D des Flughafens Köln/Bonn. Es waren schon viele Passagiere sowie auch die Reiseleitung frühzeitig vor Ort. Das Einchecken lief problemlos, es war alles sehr gut vorbereitet. Nach dem Absolvieren der Sicherheitskontrolle begab ich mich zum Gate D80, das für diesen Abend keine Flüge mehr abfertigte. In diesem architektonisch verglasten Teil des Terminals fand in der wunderschönen blauen Stunde der Empfang der Gäste des Sonderfluges statt. Es war alles perfekt vorbereitet und Stefan Krause, Geschäftsführer von Eclipse-Reisen, eröffnete hier offiziell den Polarlicht-Flug 2019. Nach der Einführung und Vorstellung des Veranstalters und der Partner sowie den Polarlichtfotografen der Volkssternwarte Bonn, dem TUI fly Team und verschiedenen Bloggern gab es einen animierten Vortrag mit einigen Informationen zu den Polarlichtern.

Ready for pushback, es geht los!

Boarding für den PolarlichtflugAn Bord der Boeing 737-800 D-AHFV begrüßte uns der Kapitän mit einigen Informationen zu unserem Flugverlauf.  Wir waren mit Kerosin für 7 Stunden ausgerüstet, also startklar für unseren Flug. Noch kurz die Sicherheits-Instruktionen und los geht’s. Ich kam schnell mit anderen Flugteilnehmern ins Gespräch, sodass eine lockere Atmosphäre herrschte, bei der man sich gut austauschen konnte. Es war ein sehr gemischtes Publikum von Fluggästen, Fotografen, Presse, Magazinen und auch ein Team der TUI fly Hannover war an Bord, um dieses besondere Ereignis live zu erleben.TUI fly und Polarlichtflug Außerdem sollte auf diesem Flug ein neuer Bericht für das Bordmagazin Flyjournal erstellt werden. Leider hatte ich einen Gangplatz erwischt, aber die Sitzreihen waren nicht voll belegt und wir wollten durchtauschen, damit jeder Gast mal an einem Fensterplatz sitzen konnte. Dazu habe ich mich mit den Mitstreitern in meiner Sitzreihe rechtzeitig abgesprochen, denn jeder wollte das Highlight des Fluges – die Polarlichter – natürlich einmal direkt vom Fenster aus sehen. Bei einem über 6 Stunden langen Flug muss auch für das leibliche Wohl gesorgt sein. Darum wurden bereits beim Boarding Wasserflaschen verteilt. Nachdem wir unsere Reiseflughöhe erreicht hatten, servierte uns die Crew ein warmes, schmackhaftes Menü mit Softdrinks sowie alkoholischen Getränken. Es wurde alles dafür getan, dass sich jeder an Bord sehr wohlfühlen konnte. Nachdem der Bord-Service abgeschlossen war und wir uns den Färöer-Inseln langsam näherten, wurde es in den Kabinen dunkel. Denn um die beste Sicht auf das Polarlicht zu haben, muss das Licht komplett ausgeschaltet werden.

Gummimanschette am Objektiv der Kamera

Gummimanschette am Objektiv der Kamera

Ich hatte mich im Vorfeld schon auf Reflexionen der Scheibe beim Fotografieren eingestellt und mich entsprechend präpariert. Ob die einfachen Methoden, wie einen Schal um das Objektiv wickeln, reichen würden? Nein, es musste etwas Perfektes sein! Im Internet fand ich die Lösung: Eine große Gummimanschette, die für mehrere Objektive einsetzbar ist. Also gut, schnell mit Expressversand aus den USA bestellt, die mich erst einen Tag vor dem Flug erreichte. Soweit so gut und dann kam alles anders…

Das letzte Licht vor der totalen Finsternis!

Die Kabine wurde soweit abgedunkelt, dass wirklich kein kleines Lämpchen mehr glühte. Im Flieger herrschte die totale Finsternis. Das habe ich bei meinen mehr als 100.000 Flugkilometern noch nie erlebt! In der Polarlicht-Phase durften auch keine Taschenlampen, Handy-Displays und Kamera-Displays eingeschaltet werden. Da es in dieser totalen Finsternis keine Reflexionen gab, war die gekaufte Manschette jedoch fast wertlos.

Eclipse-Reisen-de Peter Oden

Eclipse-Reisen-de Peter Oden

Wir näherten uns nun immer mehr den Polarlichtern und erste Ränder am Horizont waren zu sehen. Jetzt wollte natürlich auch jeder den direkten Blick aus dem Fenster haben und der Platztausch in der Sitzreihe begann. Das war mitunter recht schwierig, man musste sich auf sein Gefühl verlassen und sich gegenseitig ansprechen, denn durch die Lichtverhältnisse war nicht erkennbar, ob der Platz am Fenster wirklich frei oder doch belegt war. In unserer Reihe hat das sehr gut funktioniert, sodass jeder mehrmals am Fenster sitzen konnte. Die Lichter waren zuerst recht schwach und man sah eigentlich nur eine kleine weiße Linie in einem fantastischen Sternenhimmel.

Fotografieren in der totalen Dunkelheit ist nicht einfach

Jedes Auge sieht Farben anders. So kann es vorkommen dass der eine die Lichter in weiß, der andere diese aber in grün sieht. Die Fotokamera sieht die Lichter in der richtigen Farbe, schön und gut. Aber man sieht die Räder und Knöpfe zum Einstellen der Kamera nicht mehr, Fotografieren mit verbunden Augen sozusagen. Man schießt ein Bild und sieht das Ergebnis nicht. Also auf gut Glück und dann sehen, was dabei raus kommt. Zum Glück hatten wir auch professionelle Fotografen von der Volkssternwarte in Bonn an Bord, die mit speziellen Kameras für Polarlichter Aufnahmen machten.

Das Beste kommt zum Schluss

Zum Abschluss des Kreisens am Himmel über den Färöer-Inseln zeigte sich dann das beste Polarlicht. Die späte Stunde unseres Abfluges belohnte uns hier, sonst hätten wir es vielleicht nicht so intensiv gesehen. Nach diesem Highlight machten wir uns auf den Rückweg zum Airport Köln/Bonn und das Licht in der Kabine wurde in 3 Stufen wieder der Normalität angepasst. Als Nächstes wurden Teilnahme-Zertifikate verteilt, damit dieses besondere Ereignis auch nachhaltig ist. Und es folgte eine weitere kleine Überraschung: Vor der Landung wurde uns noch ein kleiner Piccolo von der TUI fly gereicht, mit dem wir auf dieses tolle Event anstoßen konnten. Vielen Dank für diese nette Geste!

Um kurz vor 5 Uhr setzen wir dann wieder auf der Runway des Airports Köln/Bonn auf und dockten wieder an das Gate D60 an. Dieser Flug war auch eine kleine Zeitzonen-Reise, im englischen Luftraum hatten wir -1 Stunde zu unserer Zeit und in dieser Nacht wurden die Uhren um +1 Stunde auf die Sommerzeit umgestellt. Das war für mich auch das erste Mal, dass ich die Zeitumstellung im Flieger miterlebt habe, wobei man davon ja eigentlich nichts mitbekommt.

Eine kostenlose Vorschau des Polarlichtflug-Videos auf planestream.de findest du hier: http://bit.ly/polarlichtflug-planestream

Polarlichtflug – ein gelungenes Event?

Aus meiner Sicht war der Polarlichtflug ein gelungenes, perfekt organisiertes Event, das ich wirklich jedem empfehlen kann! Es war zudem eine sehr familiäre Veranstaltung mit vielen netten Gesprächen und neuen Kontakten. Ganz herzlichen Dank an alle Mitwirkenden, Eclipse Reisen und TUI fly Deutschland, die mir diesen besonderen Flug ermöglicht haben!

Dirk Oehlschläger

 

 

Bildrechte Sliderbild: Eclipse-Reisen-de Wilfried Bongartz, weitere Urheberinformationen unter den Bildern direkt.