Kindersitze an Bord

Gebrauch von Kindersitzen im Flugzeug – das solltest du beachten

Erst einmal herzlichen Glückwunsch zum Nachwuchs! 🙂

Wenn die erste Flugreise mit deinem Kind ansteht, dann willst du natürlich gut vorbereitet sein. Darum erzähle ich dir einfach mal von den Vorbereitungen unserer ersten Flugreise mit Kleinkind im September 2019. Zum Zeitpunkt der Reise ist unser Sohn knapp über zwei Jahre alt, hat also schon einen eigenen Sitzplatz im Flugzeug.

Die erste Frage lautet: Wie soll mein Kind fliegen?

Möchte ich die größtmögliche Sicherheit oder reicht mir der gängige Standard? Entscheidest du dich für die Variante „Standard“, ist eigentlich nichts weiter zu beachten: Kinder unter 2 Jahren reisen auf dem Schoß der Eltern mit dem sogenannten „Loop-Belt“, ab einem Alter von über 2 Jahren reisen deine Kids auf dem eigenen Sitzplatz mit dem normalen Anschnallgurt.

Möchtest du wie im Auto einen für Kinder entwickelten Kindersitz nutzen, so ist das aus Sicht der Experten grundsätzlich die beste Idee – einfach weil Kinderrückhaltesysteme, die für die Sicherheit im Auto entwickelt wurden, auch im Flugzeug den besten Schutz bieten.

Der "Loop-Belt" wird ganz einfach in den Anschnallgurt der Mutter eingehakt.

Kinder unter zwei Jahren reisen mit dem sogenannten „Loop-Belt“ auf dem Schoß der Eltern.

Wir haben uns also für die Variante mit Kindersitz entschieden, da das für uns – nach Betrachtung aller Vor- und Nachteile – die beste Lösung für das Kind ist. Aber: Insbesondere bei Kindern unter 2 Jahren entstehen zusätzliche Kosten (ein zusätzlicher Sitzplatz im Flugzeug muss gekauft werden), die nicht jeder tragen kann oder möchte. Wie auch immer deine persönliche Entscheidung ausfällt, du brauchst dich deswegen nicht schlechter zu fühlen. Kleiner Tipp: Oft ist der extra Sitzplatz gar nicht so teuer und Nachfragen lohnt sich immer.

Beginnen wir aber am Anfang: Als fürsorglicher Vater habe ich natürlich – schon vor der Geburt – sämtliche Testberichte, Kundenbewertungen, Videos und Fachzeitschriften zu allen auf dem Markt befindlichen Babyschalen und Kindersitzen gelesen. Die Entscheidung fiel dann nach tagelanger Recherche auf das Modell „XY“. Eine gute Wahl, denn der Sitz hat sich im Alltag und im Auto (ISOFIX) bestens bewährt. So einen Testsieger lässt sich der Hersteller meist gut bezahlen, daher überlegt man sich das reiflich. Aber wer hängt schon ein Preisschild an die Sicherheit seines eigenen Kindes? Natürlich habe ich voller Vorfreude auf den kleinen Racker überhaupt nicht an spätere Flugreisen gedacht.

Was solltest du vor dem Kauf eines Kindersitzes beachten?

Die erste Überraschung: Will man den Kindersitz auch im Flugzeug verwenden, so muss dieser auch für ein Flugzeug zugelassen sein. Dafür gibt es bestimmte Normen, die ein Sitz erfüllen muss. Diese werden durch Zertifizierungen bei Luftfahrtbehörden oder beim TÜV nachgewiesen. Die bei TUI fly aktuell gültigen Normen findest du hier.

Der Kindersitz hat meist an der Seite ein Label, auf dem diese Hinweise zu finden sind. Aber selbst wenn der Sitz die Norm erfüllt, muss er mit einem 2-Punkt Beckengurt fixierbar sein. Modelle für einen 3-Punkt Gurt fallen ganz raus, da es im Flugzeug keinen Gurt gibt, der über die Schulter geht, sondern nur einen Beckengurt.

Ab einem Alter von zwei Jahren reisen Kinder auf einem eigenen Sitzplatz.

Ab einem Alter von zwei Jahren reisen Kinder ganz regulär auf ihrem eigenen Sitzplatz im Flugzeug.

Die zweite Überraschung: Das war unser Kindersitz natürlich nicht. Schon gar nicht, weil er nur mit ISOFIX Halterung befestigt werden kann – die es in keinem Flugzeug der Welt gibt. Da die Fluggesellschaft die Mitnahme schriftlich bestätigen muss, kann ich dir nur davon abraten „es einfach mal zu probieren“. Die Flugbegleiter werden in den meisten Fällen die Bestätigung sehen wollen und ohne diese die Nutzung strikt untersagen. Einige Modelle für das Auto sind auch schlicht zu breit für einen Flugzeugsitz bzw. können gar nicht sicher befestigt werden.

Zurück zu mir…, da stand ich nun mit meinem Testsieger für das Auto, den ich an Bord aber leider nicht nutzen konnte. Wir haben uns dann dazu entschieden noch einmal 180 Euro zu investieren und einen Sitz zu kaufen, der die oben genannten Kriterien erfüllt. Da wir fast immer einen Mietwagen im Urlaub nutzen, rechnet sich das am Ende des Tages auch, da die Miete eines Kindersitzes vor Ort auch nicht viel günstiger ist.

Damit du nicht die gleiche böse Überraschung wie ich erlebst, habe ich diese Tipps für dich:

#Tipp 1

Denke schon beim Kauf eines Kindersitzes für den PKW an mögliche spätere Flugreisen und achte darauf, dass der Sitz eine Flugzeugzulassung hat. Beim TÜV Rheinland gibt es eine Liste, die du kostenlos einsehen kannst. Prüfe die Testergebnisse der Modelle, und du bist auf der sicheren Seite.

#Tipp 2

Sofern du wie ich Tipp 1 erst zu spät erkannt hast und nun einen neuen Sitz kaufen musst:

Kind sitzt im Kindersitz

Ein kleines Nickerchen ist der beste Beweis für ein erfolgreiches Probesitzen.

Glaub nicht, dass dein Sprössling automatisch auch jeden anderen Kindersitz akzeptiert, nur weil er einen Kindersitz aus dem eigenen Auto kennt. Probesitzen vor dem Kauf ist daher unbedingt empfohlen! Der Aufbau der Sitze ist ein anderer, an den du dein Kind meist erst gewöhnen musst – nach Möglichkeit nicht erst im Flieger. Daran arbeiten wir gerade im heimischen Wohnzimmer. Ja, es ist unser erstes Kind und ja, die Kooperationsbereitschaft lässt noch zu wünschen übrig, aber hey – wir fliegen ja erst in ein paar Tagen. 😉

 

Wenn du jetzt alles hast, ist der Ablauf zum Anmelden des Kindersitzes eigentlich recht simpel:

  1. Anruf beim Service Center von TUI fly (mind. 48h vor Abflug, aber besser frühzeitiger): Hersteller und Modellnamen durchgeben.
  2. Die Bestätigung kommt nach Prüfung per Mail.
  3. Die Bestätigung von TUI fly ausdrucken und zusammen mit dem Zertifikat vom Hersteller – bieten die meisten zum Download an – mit an Bord nehmen.
  4. Die Mitnahme des Kindersitzes ist bei TUI fly kostenlos.

#Tipp 3

Gönne dir und deiner Familie für den ersten Flug mit Kindersitz einen Comfort Seat mit mehr Platz. Einfach, weil du das vorher noch nie gemacht hast und vielleicht erst nochmal einen Blick in die Anleitung werfen musst, wie der Sitz an Bord befestigt wird.

Comfort-Seats in einem TUI fly Flugzeug

Die Comfort-Seats bieten dir extra viel Platz und eignen sich daher perfekt für das Ausprobieren eines Kindersitzes.

Mit dem zusätzlichen Platz fällt das leichter, insbesondere, wenn du noch nicht ganz so sicher im Umgang damit bist. Abgesehen davon werden Mama und Papa nach der Schlepperei von mehreren Koffern, Buggy, Kindersitz, Handgepäck inklusive Spielzeug, Windeln, Wechselklamotten, Plüschhase Puschel, Feuchttüchern, allen Reiseunterlagen und der eigenen Garderobe froh über jede Sekunde Entspannung sein. Ach so: Einer muss ja auch noch das Kind tragen…

 

In diesem Sinne wünsche ich dir und deinem Nachwuchs einen entspannten Erstflug und natürlich einen tollen Familienurlaub!

2 Kommentare
  1. Nini
    Nini sagte:

    Hallo. Jetzt würde mich mal interessieren, welcher Sitz dann gekauft wurde. Ich suche schon seit einiger Zeit einen geeigneten Sitz.
    Viele liebe Grüße 😊

    • Jan
      Jan sagte:

      Hallo Nini,
      da müsste ich selber mal den „Flugexperten“ fragen und würde dir dann eine Mail zukommen lassen. In den Baby- und Kindergeschäften mit Kindersitzen wissen die Berater aber auch ob die Sitze die jeweiligen Bestimmungen erfüllen. Viele Grüße, Jan – TUI fly Blog Team.

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